Die Rastatter Schellenteufel begannen wie alle Vereine, ganz klein.

Schon von Kind an begeistert sich Ralf Adler für die allemannische Fasnacht. Er versteht es, seine Familie und einige Freunde in seiner Begeisterung mitzureißen. So entstehen 1990 die Schellenteufel. Sie zeigen sich beim großen Fasnachtsumzug 1991 in Rastatt zum ersten Mal in den noch mit einfachen Mitteln hergestellten Kostümen.

Die Maske wird zunächst aus einer holzähnlichen Masse hergestellt, die von Ralf nach einem Gips - Gesichtsabdruck geformt und bemalt wird. Das Häs ist bereits damals aus roten und gelben selbstgeschnittenen Filzspättle. Jedoch handelt es sich bei der Filzqualität noch um Bastelfilz, der nicht so widerstandsfähig ist, wie der heute verwendete Kostümfilz.

Zum Häs gehören von Anfang an Fuchsschwänze an der Maske, rot/gelbe Socken, Strohschuhe, rot/gelbe Handschuhe, zwei Schellengurte mit Glocken und ein Schellenstock.

1992 wird, aufgrund des Erfolges auf dem Umzug in Rastatt und weil es allen riesigen Spaß macht, beschlossen einen richtigen Verein zu gründen und ihn auch ins Vereinsregister eintragen zu lassen.

Die Gründungsversammlung findet am 06. Juli 1992 in der Badgaststätte in Rastatt statt. Folgende Mitglieder beschliessen die Gründung: Ralf Adler, Renate Adler, Rudi Adler, Marliese Adler, Klaus Adler, Rolf Helber, Dorte Holler, Karen-Lis Holler, Andreas Gawlitta, Andrea Frietsch und Matthias Meier.

Die Eintragung erfolgt im September 1992 beim Amtsgericht Rastatt.

Für die Kampagne 1992 / 1993 werden durch einen Holzschnitzer im Kinzigtal nach einem Entwurf von Ralf Adler richtige Holzmasken erstellt. Ein böse blickender Teufel mit herausgestreckter roter Zunge und roten Hörnern an der Stirn ist ab der ersten Teilnahme in dieser Kampagne das neue "Gesicht" der Rastatter Schellenteufel 1992 e.V.

Das Kostüm besteht seit der ersten Kampagne aus ca. 2000 Spättle bestem Kostümfilz und zwei Ledergurten mit jeweils 9 Glocken, welche über die Schultern auf dem Bauch und Rücken gekreuzt getragen werden.

Von Anfang an verbindet die Rastatter Schellenteufel eine enge Freundschaft zur Narrogruppe von Oberkirch. Diese sind uns bei der Herstellung der ersten Häs behilflich. Wofür wir hier ganz herzlich Sepp Huber danken möchten.

1994 wird vom Vorstand beschlossen, daß einige Hästräger Karpatschen schnellen dürfen. Diese erlernen zunächst unter Anleitung, hohem körperlichem Einsatz und manchmal auch kleineren Schmerzen die Kunst, diese aus Hanf geflochtenen 3 - 5 m langen Peitschen zu schnellen.

Im selben Jahr werden die Rastatter Schellenteufel als Vollmitglied in den Ortenauer Narrenbund und den Bund Deutscher Karnevalsvereine aufgenommen.

Ebenso 1994 findet in Rastatt das erste Kreisnarrentreffen unter der Regie der Rastatter Schellenteufel statt. Am Dreikönigstag treffen sich auf dem Marktplatz Narren aus der gesamten Region und die Sternsinger auf dem Marktplatz von Rastatt. Was vielleicht etwas seltsam anmutet, versteht sich aber prächtig. Es zeigt sich, daß die Kirche und die Narren sehr gut harmonieren. Der Umzug der über 750 Hästräger durch Rastatt bei strömenden Regen wird von vielen Zuschauern begeistert begleitet.

In den folgenden beiden Jahren finden weitere Kreisnarrentreffen statt, wobei 1996 zum ersten Mal mit Gastzünften des ONBs.

1997 wird ein neuer, bisher in Rastatt unbekannter Brauch begonnen. Die Rastatter Schellenteufel stellen zum ersten Mal einen Narrenbaum auf dem Marktplatz vor dem Rathaus auf, der zuvor von den Mitgliedern liebevoll mit roten und gelben Bändern und Ballons geschmückt wird. Dies wird ab sofort zum festen Bestandteil der jährlichen Straßenfasnacht der Rastatter Schellenteufel. Anschließend findet in der Badner Halle der erste Narrenabend statt.

An das Stellen des Narrenbaumes 1998 und 1999, folgt die Durchführung eines Narrenabends im katholischen Gemeindezentrum von St. Alexander in Rastatt.

Im Juli 2000 beginnen die Mitglieder mit der Renovierung der Vereinsräume im Haus der kulturellen Vereine in der Carnot-Kaserne. Mit freundlicher Unterstützung einiger Firmen können sie innerhalb weniger Wochen die beiden Räume zu einem Schmuckstück herrichten.

Ihre von Beginn an andauernde tiefe Freundschaft zur Narrogruppe Oberkirch wird auf ihrem Brauchtumsabend am 10.02.2001 mit einer feierlichen Zeremonie im Beisein der Bürgermeister aus Oberkirch und Rastatt und dem Ehrenobernarro Josef Huber durch eine Patenschaft zwischen beiden Vereinen weiter verfestigt.

In Zukunft sollen durch viele gemeinsame Aktivitäten die Freundschaft vertieft werden. Hierzu gibt es öfters gemeinsame Ausflüge oder auch Narrenabende wie z.B. der Bayerische Abend im Oktober 2001 bei dem sie viele Narrenfreunde aus Oberkirch begrüßen durften.

Weitere gemeinsame Unternehmungen folgen wie z.B. auch ein gemeinsamer Tanz mit Narros und Schellenteufel 2001.

In der Kampagne 2000 / 2001 wird eine historische Einzelfigur bei den Rastatter Schellenteufeln eingeführt. Die “Huckin”. Dabei handelt es sich um eine Wirtin, die während der Hexenjagd im 17. Jahrhundert um ein Haar der Verbrennung zum Opfer fiel. Sie ist in rotem Rock, weißer Schürze und dunkelbrauner Weste gekleidet. Sie trägt braune Lederschuhe und eine weiße Haube. Sie wird auf Umzügen an Händen mit Ketten gefesselt von zwei Schellenteufeln durch die Straßen gezerrt.

Im Jahr 2003 können die Rastatter Schellenteufel auf 11 Jahre erfolgreiche Vereinsarbeit und viele aufregende und interessante Unternehmungen zurückblicken. Sie feieren es mit einem großen Nachtumzug mit dem inzwischen schon traditionellen Narrenbaumstellen auf dem Rastatter Marktplatz am 11.01.2003 mit einem bunten Programm.
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